Für Maier Sports und Gonso ist Nachhaltigkeit mehr als nur ein grünes Label

  • 18. April 2019

Interview mit Stefan Taft von Maier Sports

Immer mehr Menschen zieht es raus ins Freie. Sie wollen dort Sport treiben, die Natur genießen. Das stellt uns vor die Herausforderung, die Bedürfnisse von Menschen und Natur in Einklang zu bringen. Daher spielt das Thema Nachhaltigkeit in der Sportbranche eine immer wichtigere Rolle. Mit spürbaren Auswirkungen auch auf Marketing und Verkauf. Dabei droht der Begriff zum Modewort zu verkommen. Doch davon hebt sich die erstaunlich vielschichtige Betrachtung der Maier Sports GmbH mit ihren Marken Maier Sports und Gonso wohltuend ab, wie Sie im folgenden Interview mit Marketingleiter Stefan Taft erfahren.

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Das Wort hat viele Deutungen und Bedeutungen. Bezeichnen Sie Maier Sports als ein nachhaltiges Unternehmen?
Ja. Denn wie Sie schon sagen: Nachhaltigkeit ist sehr vielschichtig. Und ich bin davon überzeugt, dass Maier Sports auf den verschiedensten Ebenen nachhaltig agiert.

In wie fern?
Da möchte ich zunächst einmal die nachhaltige Präsenz auf dem Markt nennen. Beide Marken sind dort sehr lange erfolgreich aktiv. Gonso bereits seit mehr als 90 Jahren. Und Maier Sports gibt es nun auch schon über 80
Jahre. Wir sind also keine Eintagsfliegen, sondern Marken, die sich langfristig behauptet haben und über eine Menge Know-how und Erfahrung verfügen.

Sind Maier Sports und Gonso damit schon nachhaltig?
Nein, dadurch alleine sicher nicht. Aber es zeigt, dass wir sehr kontinuierlich an Produkten arbeiten, die bei den Verbrauchern ankommen und sich dort auch behaupten. Weil sie gut sind, den Bedürfnissen der Kunden entsprechen
und weil die Qualität stimmt. Sonst würden die Konsumenten nicht immer wieder und zum Glück auch immer öfter Produkte von Maier Sports und Gonso kaufen. 80 Jahre Firmenbestehen steht für nachhaltige Beziehungen:
Beziehungen zu den Endverbrauchern und Händlern, aber auch zu den Produktionsstätten.

In Bezug auf welche weiteren Faktoren schätzen Sie Maier Sports und Gonso als nachhaltig ein?
Ich würde gerne noch beim Thema Qualität bleiben. Ein Punkt, den wir bei unserer Arbeit stets als selbstverständlich vorausgesetzt hatten. Doch inzwischen haben wir entdeckt, dass dies einer besonderen Betonung bedarf. Eine freiwillige fünfjährige Garantie auf Material und Verarbeitung ist ebenso wenig selbstverständlich, wie unsere Reparaturwerkstatt, also unser eigener Nähsaal am Standort in Köngen. Unsere erfahrenen Schneiderinnen führen dort Änderungen und anspruchsvollste Reparaturen aus. Denn wir sind davon überzeugt, dass unsere Produkte es wert sind, repariert zu werden. Das ist für mich ein ganz entscheidender Nachhaltigkeitsfaktor.

Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Standort Deutschland für die Marken?
Gut, dass Sie das fragen. Maier Sports ist seit seiner Gründung 1938 am Standort Köngen. Gonso war 90 Jahre in Albstadt und ist jüngst ebenfalls nach Köngen gezogen. Dieses Bekenntnis zum Standort und zur Region ist ein weiteres Element in der angesprochenen Vielschichtigkeit, die Nachhaltigkeit ausmacht. Denn diese
Kontinuität sorgt dafür, dass die Mitarbeiter mit ihrem Know-how über viele Jahre und Jahrzehnte bei Maier Sports und Gonso geblieben sind und bleiben – ein ganz wichtiger Faktor für eine nachhaltige Entwicklung. Das
spricht dafür, dass wir ein sehr attraktiver Arbeitgeber, sind.

Die Serienproduktion findet schon länger nicht mehr in Deutschland statt. Ist das mit Ihrem Nachhaltigkeitsanspruch vereinbar?
Ohne diese notwendige Verlagerung in die Türkei und nach Fernost wären wir in diesem hart umkämpften
Markt nicht konkurrenzfähig. Bei allen Entscheidungen – auch der der Produktionsverlagerung – stehen die Menschen im Fokus. Sie sind ein ganz entscheidender Faktor. Wir haben zahlreiche Mitarbeiter, die dem Unternehmen seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten die Treue halten. Darüber hinaus produzieren wir mit vielen langjährigen Mitarbeitern seit langen Jahren in denselben, nämlich unseren eigenen Fertigungsstätten
in der Türkei und Joint-ventures in China. Das ist ein Zeichen gegenseitigen Vertrauens. Auch das verstehe ich unter Nachhaltigkeit.

Die meisten Ihrer Industrie-Kollegen bringen bei Fragen zum Thema Nachhaltigkeit als erstes Aspekte wie CSR-Report, Recycling, Ressourcen-Schonung, umweltfreundlicher Produktion etc. ins Spiel. Welche Bedeutung
genießen diese Nachhaltigkeits-Faktoren bei Maier Sports und Gonso?
Diese gerne nach vorne gestellten Umwelt- und Sozialaspekte spielen natürlich auch bei uns eine Rolle. Schließlich sind sie Teil unseres Selbstverständnisses möglichst umwelt- und sozialverträglich zu agieren. So sind wir bereits seit 2011 Mitglied der Fair Wear Foundation. Diese Non-Profit-Organisation mit ihren hohen Sozial- und Arbeitsstandards unterstützt uns dabei, in allen unseren Produktionsstätten und Zulieferbetrieben für
auskömmliche Löhne, vernünftige Arbeitsbedingungen und Sozialstandards zu sorgen, die unseren eigenen hohen Ansprüchen genügen. Der jährliche CSR-Report sorgt dabei für die nötige Transparenz. Daneben sind wir auch Mitglied im Textilbündnis der Bundesregierung. Hier wollen wir vom Austausch mit den Erfahrungen und Projekten anderer Unternehmen lernen, die in kritischen Ländern produzieren, und gleichzeitig unsere eigenen Erkenntnisse
einbringen.

Wie sieht es mit Umweltfreundlichkeit und Ressourcen-Schonung aus?
Langlebige Produkte sind die effektivste Ressourcen-Schonung. Für Maier Sports gesprochen heißt das: Fünf Jahre Garantie auf Material- und Verarbeitungsfehler. Darüber hinaus bekennen wir uns im Rahmen unserer Mission Clean Function zu einem schonenden Umgang mit der Natur, insbesondere der Ressource Wasser.
Das Ergebnis: Seit 2018 sind alle unsere Produkte umweltfreundlich ohne den Einsatz per- bzw. polyfluorierter Chemikalien (PFC) imprägniert. Das bedeutet einen echten Durchbruch. Denn damit ist uns als Pionier eine Entwicklung mit spürbarer Massenwirkung gelungen. Inzwischen haben wir das nächste Projekt gestartet und die ersten Jacken aus recyceltem Polyester in die Kollektion genommen.

www.gonso.de